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FISCHEREI AUF DER GROßEN SCHÜTTINSEL

Der Donauabschnitt zwischen Pressburg und Komorn war bekannt seit den Urzeiten als ein Gebiet reich an Fischen. Die aus den Alpen austretende Donau wird hier langsamer und lagert ihre Geschiebe ab. Der Fluss bricht immer einen neuen Weg zwischen diesen abgelagerten Geschieben, um zahlreiche Flussarme und Inseln, sowie stille Altarme anzulegen. So können die besten Brutstätten für Donaufischarten versichert werden. Die wichtigsten in der Donau vorkommenden Fischarten sind der Hausen, der Sterlet, der Wels, der Spiegelkarpfen, die Rotfeder (und verwandte Karpfenfische), der Scherg, der Zander, der Hecht, die Schleie, die Schmerle und der Stör. Die älteste Fischmethode ist, wenn der Fischer unter dem Wasser mit seinen Händen oder irgendeinem Stichmittel seinen Fang erlegt. Für diese Methode finden wir Beispiele auf der großen Schüttinsel bis die letzte Zeit. Die gleiche Methode wurde aber auch von den hiesigen Fischern ausgenützt, als sie mit der Leitung von „Taucher Kund“ (Ritter Sothmund) die an der Donau unter Pressburg stehende deutsche Flotte versenkten – wie es in den Chroniken lesbar ist. Der Einbaum wird seit den Urzeiten benützt, auch der Fischzaun („vejsz“) ist ein sehr altes Fanggerät aus Rohr oder Spießrute, der zur Sperrfischerei gehört. Die ältesten Netze waren aus verschiedenen Schlingpflanzen, Binsen, Ranken, oder aus tierischem Darm. Mit dem Netz konnten die Fischer den Fisch herausheben, aber auch sperren oder eine Falle stellen. Es war der „tápli“, „cége“ oder „vörse“. Der wichtigste Fang vor dem 18. Jahrhundert war der Hausen (acipenser husoj). Das Fischen dieses manchmal auch 6–7 m lang Fisches wurde schon durch die Römer erwähnt, über sein Fischereirecht haben wir schriftliche Dokumente seit den 13–14. Jahrhunderten. Die aus dem Schwarzen Meer zweimal im Jahr aufschwimmende Fische sicherten einen wunderbaren Fang den lokalen Fischern. Seit dem 16. Jahrhundert organisierten sich die Fischer nach deutschem Vorbild in Fischerzünfte, um ihre Interesse zu verteidigen. Die Fischerzunft von Somorja schied aus der Pressburger Fischerzunft aus, und die Fischerzunft von Komorn wurde im 17. Jahrhundert für die Fischer in dem unteren Teil der Großen Schüttinsel gegründet. Der Fang wurde auf den Märkten durch die Zünfte ausgestanden. Die Hausenfischer der Großen Schüttinsel hatten zum Beispiel einen eigenen Marktstand auf dem Wiener Markt. Dort handelten sie aber nicht nur mit Hausen, sondern auch mit Welsen und Karpfen. Dort wurden die Fische lebendig in Fischmulden und Fischtrögen, auch als Salz- oder Räucherfisch verkauft. Es war aber auch möglich, die Fische in Fässern, auf Schleppern und Wagen weiterzuliefern. Meistens die deutsche Kaufleute kauften den Fang auf, um nach Pressburg, Wien, Prag, Warschau, sowie nach Frankfurt und Paris zu liefern.

Database, Links


Iván Nagy / Niedermarkt: Museum der Schüttinsel