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SCHIFFSBAU IN KOMORN

In Komorn gab es bereits im 11. Jahrhundert eine Werkstätte für den Schiffsbau, in welcher italienische Schiffszimmermänner gearbeitet haben. Zur Zeit der Türkenkriege wurde zur Stadt ein Stützpunkt der Königlichen Donauflottille verlegt, wodurch der Schiffsbau angeregt wurde: hier wurden die Donaukriegschiffe gebaut, welche in Kämpfen gegen die Türken eingesetzt wurden. Nach Ende der Türkenkriege haben sich die Schiffszimmermänner aus Komorn auf Bau von Handelsschiffen orientiert, welche bei der Stadt auf einer über 1 km langen Waaginsel gebaut wurden. In der Geschichte des Schiffsbaus in Komorn begann ein neues Kapitel durch Einrichtung einer Werkstätte für die Reparaturen der Schiffe der Aktiengesellschaft MFTR /Magyar Folyam- és Tengerhajózási Részvénytársaság/ auf der Elisabeth-Insel auf der Donau im 1898. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde diese mit dem Aufbau weiterer Werkstätte zu einer Schiffswerft, wo außer den Reparaturarbeiten auch die Schleppboote, Dampfschiffe und eiserne Brückenkonstruktionen gebaut wurden. Die Schiffswerft ging im 1919 ins Eigentum des tschechoslowakischen Staates über, welcher sie ab 1.5.1923 auf 25 Jahre an die Škoda-Werke in Plzeň/Pilsen vermietete. In der Jahren der I. Tschechoslowakischen Republik wurden außer der Reparaturarbeiten in der Schiffswerft auch die Schleppboote, Schleppschiffe, Motorschiffe, Tankschiffe und Kriegsschiffe gebaut. Im Herbst 1938 kam die Schiffwerft wieder unter die Verwaltung der Gesellschaft MFTR. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie vom Bewollmächtigtenamt für Verkehr und öffentliche Arbeiten übernommen, welches im August 1945 den Mietvertrag mit der Aktiengesellschaft Škoda-Werke erneuerte. Nach der Auflösung dieser Gesellschaft im August 1946 wurde die Schiffswerft zum Betrieb der verstaatlichten Škoda-Werke Prag und nach dem Aufbau der neuen Schiffswerft in Komorn wurde sie seit 1.1.1950 ein Bestandteil dieses Betriebs. Der Grundstein der neuen Schiffswerft wurde am 23.4.1947 auf einem Grundstück hinter dem Pressburger-Tor gelegt. Nach dem Aufbau wurde sie zu einem der größten Betriebe in Komorn, in 1980er Jahren beschäftigte sie mehrere Tausende Personen. Zu dieser Zeit wurden hier Passagier- und Frachtschiffe meistens auf sowjetische Aufträge gebaut, welche für die Binnen- und Seeschifffahrt geeignet waren. Nach der sanften Revolution wurde der Nationalbetrieb auf eine Aktiengesellschaft umgegründet, welche die Schiffe, meistens auf Aufträge aus Westländern, weiter baute. Die Schiffswerft ist bis zum heutigen Tage der größte Betrieb in Komorn.

Literatur, Publikationen

  • MÁCZA Mihály: Komárom nevezetességei. Komárom: Xantusz Könyvkereskedelmi Kft. 2002.
  • MÁCZA Mihály: Komárom – Történelmi séták a városban. Pozsony: Madách, 1992.

Database, Links


Mihály Mácza / Komorn: Donau-Museum in Komarno